Menschen
Das Gesicht ist das vertrauteste und gleichzeitig das rätselhafteste Objekt, das wir kennen. Gesichtslandschaft. Wir glauben, es sofort lesen zu können. Was sehen wir wirklich, wenn wir lange genug hinschauen?
Diese Bilder sind keine Porträts im klassischen Sinne. Es geht nicht um Ähnlichkeit, nicht um Charakterisierung, nicht um das Festhalten einer Person in einem bestimmten Moment. Es geht um das, was durch den Menschen hindurchscheint, wenn alle äußeren Merkmale sich auflösen und nur noch die wahrnehmbare energetische Schwingung der Präsenz bleibt.
Lalla, Philipp, das Selbstportrait: Sie erscheinen in diesen Bildern nicht als Individuen mit einer Geschichte. Sie sind Ausdruck eines inneren Lichts, das nicht durch Geste oder Mimik festgehalten werden kann. Sichtbar und jenseits davon.
Wer lange genug hinschaut, bemerkt diese leise Veränderung. Das Gesicht hört auf, ein Gesicht zu sein. Die Züge werden durchlässig. Dahinter, oder besser: darin, öffnet sich ein Raum, der keine Grenzen hat. Der Betrachter erkennt etwas, das er nicht benennen kann. Etwas, das auch in ihm ist.
Das ist der Moment, um den es geht. Nicht erkennen. Sondern wiedererkennen. Nicht sehen. Sondern empfangen.





