Schau dich genau an – wer du wirklich bist
Hinter allen Rollen liegt etwas, das sich nie verändert hat
Wir alle leben mit einem bestimmten Bild von uns selbst. Ein Bild, das sich aus Erfahrungen, Erinnerungen und Geschichten zusammensetzt. Wir nennen es „Ich“. Dieses Ich hat einen Namen, eine Geschichte, eine Vergangenheit. Es hat gelernt, zu funktionieren, sich anzupassen, Erwartungen zu erfüllen. Es trägt Masken, spielt Rollen und hält sich für die Summe all dessen, was es denkt, fühlt und erlebt hat. Doch wer bin ich wirklich, wenn all diese Zuschreibungen für einen Moment zur Seite treten?
Unsere Identifikation mit einem getrennten, separaten Selbst ist tief verwurzelt. Wir lernen, „ich“ zu sagen, „mein“ und „dein“ zu unterscheiden, „richtig“ und „falsch“ zu bewerten. So entsteht das Gefühl, ein eigenständiges Wesen zu sein, getrennt von anderen, getrennt von der Welt. Doch dieser gedankliche Mittelpunkt ist kein festes Wesen. Er ist ein Prozess. Ein fortwährendes Denken, das sich selbst behauptet. Wenn wir beginnen, still zu werden, bemerken wir: Das „Ich“, das wir so eifrig zu schützen versuchen, existiert nicht als konstante Entität. Dahinter liegt etwas, das unverändert bleibt, die Stille unseres wahren Seins.
Die Selbsterforschung beginnt mit einer einfachen, aber radikalen Frage: Wer bin ich wirklich? Diese Frage öffnet einen Raum. Sie lädt nicht dazu ein, nach neuen Konzepten zu suchen, sondern alles loszulassen, was wir zu wissen glaubten. Bin ich meine Gedanken, oder bin ich das, was die Gedanken wahrnimmt? Bin ich meine Gefühle, oder das Bewusstsein, in dem Gefühle kommen und gehen? Ganz feine Schwingungen von Friede und Freude sind Grundqualitäten der Essenz unseres Seins.